Immer wieder muss ich an Ihn denken und bestimmt immer dann, wenn im Radio das Lied "you`ve got a Friend" von Carole King läuft.
Es mag daran liegen, dass er in mein Leben trat zu einem Zeitpunkt als alle Weichen für meine Zukunft gestellt wurden, er immer bei entscheidenden Ereignissen zugegen war und mich unermüdlich bewachte und begleitete um mich dann mit einem Paukenschlag wieder zu verlassen als alles entschieden, unterschrieben und getan war. Dabei zwang er mich zu meiner schwersten Entscheidung, welche einfach klingt und täglich tausende Male entschieden wird, aber mir das Herz brechen sollte.
"Nur die Welpen anschauen gehen" war die Aussage und ich ging halt mit, denn neugierig war ich ja schon. Dort waren dann aus 2 Würfen - ich glaube an die zwanzig Welpen - die sich fast alle neugierig auf die Besucher an die Absperrung stürmten, winselten und freudig wedelten. Nur einer saß hinten an der Wand, aufmerksam die Veranstaltung beobachtend mit einer ihm typischen aristokratischen Gelassenheit. Nach ein paar Minuten Beobachtung war seine Entscheidung gefallen, stand auf und bewegte sich auf mich zu wobei alle anderen Welpen ihm ehrfürchtig einen Weg bahnten und auswichen. Der geborene Alpha rüde, einer von Tausend, wie mir der Züchter nicht ohne Bewunderung mitteilte. Ich hielt meine Hand zu ihm herunter, er hangelte sich mit seinen dicken Welpenbeinchen auf meinen Arm um dann dort festgeklammert am Unterarm seinen Kopf abzulegen und zufrieden einzunicken.
Kein winseln der Welpen zu hören, der inzwischen herbeigelaufene Hundevater setzte sich neben mich und schaute mir tief in die Augen. "Sowas hab ich ja noch nie erlebt - DAS ist DEIN Hund!" sagte der Züchter und holte eine Schere um dem Kleinen ein Loch ins Fell zu schneiden um eine spätere Verwechslung unter allen Umständen auszuschließen. Dass alle Welpen eigentlich schon verkauft waren, ich zu diesem Zeitpunkt den geforderten Kaufpreis gar nicht hatte ganz zu Schweigen die Möglichkeiten den Welpen aufgrund der anstehenden Meisterprüfung zu versorgen, interessierte keiner der Anwesenden. Die damalige Freundin nicht, den Züchter nicht und schon gar nicht Gino von Dorschberg, den Alpharüden - Welpen.
Nur wenige Tage später zog Gino bei mir ein und selbst die wiedrigsten Umstände ließen ihn nicht an SEINER Entscheidung zweifeln eventuell das falsche Herrchen ausgesucht haben zu können. Ab diesem Zeitpunkt ließ er mich auch nicht mehr aus den Augen, blieb selbst beim Auslauf nur so weit weg dass er mich hören oder sehen konnte - betrachtete es sozusagen als seine Lebensaufgabe als mein Trabant aufzutreten.
Er sollte mich achteinhalb Jahre begleiten, bei Tag und bei Nacht. Nicht in meiner Nähe zu sein war undenkbar für ihn und schien unerträglich zu sein. Stand ich morgens auf, erhob er sich von seinem in Blickweite aufgestellten Sessel und folgte mir zur Dusche um geduldig dort zu warten bis ich fertig war. Natürlich begleitete er mich zur Arbeit und wartete auch da geduldig bis wir abends dann noch eine Runde in die Weinberge oder an den Rhein gingen. Kneipe, Restaurant oder Weinfest stellten kein Problem für ihn dar - hauptsache er war dabei. Konnte er mal nicht mit - beispielsweise ins Kino, wartete er im Auto wo er sicher sein konnte dass ich bald wieder auftauchte. Lies ich ihn zu Hause, wartete er im sitzen vor der Haustüre, egal wie lange es auch dauerte.
Vermutlich war es diese unerschütterliche Treue, dieser Kadavergehorsam welcher ihn mir ans Herz wachsen lies und mich tief beeindruckte. Er war dabei aber nie unterwürfig uns verband eher ein freundschftliches anstatt dem typischen Herrchen / Hund Verhältnis. Anschreinen und Prügel gab es nie - wozu auch, blieb ich stehen setzte er sich und beim laufen passte kaum ein Blatt Papier zwischen ihm und mir. Ein leises pfeifen durch die Zähne genügte um ihn herbei zu rufen. Er sah mich als sein Freund mit leitender Position. Auch Beisserein mit anderen Hunden kamen nie vor - sollten sie auch noch so wild und bissig sein mochten sie sich nie mit diesem Alpha einlassen - dann genügte ein tiefer Blick und diese ihm typische Herrische Haltung und der Zwist war beendet ohne ein Knurren oder Beissen.
Anfänglich hatte ich meine Mühe mit seiner ständigen Gegenwart und fühlte mich beobachtet aber das legte sich dank seiner eleganten und unaufdringlichen Art schnell.
Wird noch fortgesetzt.........................
Nun denn mein Junge, wir sehen uns wieder an der "Rainbow Bridge" :
Im Himmel gibt es ein Gebiet, genannt Rainbow Bridge. Wenn ein geliebtes Tier stirbt, das auf unserer Erde einen geliebten Menschen hatte, dieses Tier geht zur Rainbow Bridge. Dort sind Wiesen und Hügel für unsere geliebten Freunde, damit sie zusammen rennen und spielen können. Dort gibt es Wasser und Nahrung in Hülle und Fülle, die Sonne scheint, und unsere Freunde fühlen sich wohl.
Alle Tiere, die krank und alt waren, sind wieder gesund und kräftig; diejenigen, die verletzt und verkrüppelt waren, sind wieder wohlauf, so wie wir sie aus unseren Träumen vergangener Zeiten kennen.
Die Tiere sind dort glücklich und zufrieden, bis auf einen kleinen Umstand: sie alle vermissen jemanden ganz bestimmtes, den sie zurücklassen mußten.
Sie alle rennen herum und spielen miteinander, aber für jedes Tier kommt der Tag, an dem es plötzlich innehält und mit hellen Augen erwartungsvoll und zitternd in die Ferne schaut.
Plötzlich trennt es sich von seinen Spielkameraden und rennt immer schneller und schneller über die grünen Wiesen. Da siehst Du etwas auf Dich zurennen, und wenn Du und Dein geliebtes Tier Euch freudig trefft, werdet Ihr niemals mehr getrennt werden. Freudentränen laufen über Dein Gesicht, Deine beschützenden Hände streicheln wieder den Kopf Deines Tieres und Du wirst wieder in die treuen Augen schauen, die so lange aus Deinem Leben gegangen waren, aber niemals aus Deinem Herzen.
Dann geht Ihr zusammen über die Regenbogenbrücke...
Kommentare
Mo, 22.02.2010 13:24
Jetzt wo Sie das sagen....... Sie meinen doch sicherlich de n Burschen hier: http://jek ylla.wordpress.com/2010/ [...]
Mo, 22.02.2010 12:49
Ich habe geruechteweise gehoer t, er soll jetzt auf Hufschmie d machen...
Mo, 22.02.2010 11:24
Hallo Christine, schön dass D u das auch liest was ich schre ibe - wenn ich denn schreibe. Wie recht Du auch hast, [...]
Mo, 22.02.2010 07:44
Hallo, schön, dassDu wieder w as schreibst, auch wenn der An lass tieftraurig ist. Ich weis s, wie schlimm es ist, w [...]
Mo, 15.02.2010 12:03
Lieber Gregor, liebe Dana, Askari wird im Pferdehimmel ei nen besondern Platz haben mit Blick auf Höningen, denn [...]
Fr, 12.02.2010 20:08
Danke, musste es aufschreiben - jetzt geht es mir auch besse r! Gruss
Fr, 12.02.2010 20:06
Ich habe den ganzen Tag an Sie und Ihren Askari gedacht, Sie haben ihm hier einen wundersc hönen Nachruf mit viel,v [...]
Mi, 10.02.2010 17:26
Ach hören Sie mir mit Schnee a uf, Sie alter Wüstenfuchs! Di e Pflege hat gut angeschlagen, also "stay tuned"!
Mi, 10.02.2010 15:49
Eine Woche spaeter herrscht im mer noch Ruhe hier. Muss wohl Tiefschnee sein.
Fr, 04.09.2009 12:48
Meiner ist zwar nicht so hight ech-hochglanzausgerüstet, aber nicht umsonst einer der beste n Westernschmiede Deutsc [...]
Fr, 04.09.2009 12:46
Ein wirklich wunderschönes Fle ckchen Erde nennen Sie da Ihr eigen. seufz
Fr, 04.09.2009 11:47
Sehr süsser Gaul mein lieber!
Mo, 10.08.2009 18:33
Schwesterchen! Das Bild ist s chon im Frühjahr aufgenommen, nur hatte ich technische Schwi erigkeiten die einen erk [...]
Mo, 10.08.2009 11:23
Ich habe die Wiese ja einen Ta g später gesehen - da war ganz schon was weg-gecowed, alle A chtung !
So, 31.05.2009 01:50
Genau! Schick ihn weg! protes tier Der Winter muss weg! De r Winter muss weg! So langs am wird's ja...